Ich will nicht aufklären, sondern einen Beitrag zur demokratischen Debattenkultur und Meinungsbildung leisten.
Es geht mir nicht um Bevormundung oder Belehrung, sondern um die Stärkung des Arguments.
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Oct 25
Es ist in der mittlerweile nun fast dreijährigen Geschichte des BSW nicht das erste Mal, dass die neu gegründete Partei vor einer Richtungsentscheidung, vielleicht sogar am Scheideweg steht. Will man sich an den Kollegen in Magdeburg orientieren oder die Thüringer Selbstaufgabe kopieren? Glaubt man ...Read more
Es ist in der mittlerweile nun fast dreijährigen Geschichte des BSW nicht das erste Mal, dass die neu gegründete Partei vor einer Richtungsentscheidung, vielleicht sogar am Scheideweg steht. Will man sich an den Kollegen in Magdeburg orientieren oder die Thüringer Selbstaufgabe kopieren? Glaubt man einer wachsenden Zahl an Stimmen aus dem Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft, so scheint erstgenannte Option fast alternativlos. Zumindest dann, will man nicht eine Eintagsfliege bleiben, sondern zuversichtlich nach vorne blicken. Was im Moment trägt, das sind jene Charaktere, die demokratische Gesprächsbereitschaft gegenüber allen gewählten Kräften und ein eigenständiges Profil in voller Souveränität als zwei Seiten der gleichen Medaille betrachten. Authentisch wird man nicht im Spagat, sondern in voller Eigenständigkeit. Als gelungenes Beispiel für eine solche Haltung kann der Achimer Kommunalpolitiker Jannik Schleemann angeführt werden. Mit beeindruckender Stabilität setzt er sich gegen Waffenlieferungen und Aufrüstung ein, engagiert sich pro Frieden, ohne dabei für Russland zu sein. Der studierte Fitnessökonom wurde am 13. September 2026 in den örtlichen Stadtrat berufen, gemeinsam mit Kreisrat Finn Steffens vertritt er die Region, bildet einen wichtigen Grundpfeiler für die violett-orangene Jugendorganisation in Niedersachsen. Als passionierter Schlagzeuger haut er nicht nur musikalisch auf die Pauke, sondern lässt auch in den sozialen Medien kein gutes Haar an einer zunehmenden Einschränkung des Meinungskorridors. Stattdessen trifft er sich mit der "Generation Deutschland" zum argumentativen Austausch. Ihm geht es um die Sache, nicht um Ideologie. Engagiert auf Podien und an Ständen, mit klarer Kante gegen Steuergeldverschwendung und Prestigeprojekte, für bezahlbaren Wohnraum, direkte Bürgerbeteiligung, bessere Infrastruktur und anwohnerfokussierte Mobilität. Bei der Gesundheit ist ihm die Notfallversorgung wichtig, die Bildung will er freihalten von jeglichen Einflüssen der Bundeswehr. Für den Nachwuchs müsse der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden, der Umweltschutz solle ohne Verbote gelingen. Das BSW müsse mehr sein als eine bloße Umverteilungspartei, aber eben auch kein Vehikel für Alice Weidel oder Tino Chrupalla. Dort, wo Dialog gelingt, kann punktuelle Zusammenarbeit möglich sein. Daraus folgt kein Automatismus, kein Mechanismus. Stattdessen müssten auch die Unterschiede benannt werden, ins neoliberale oder unsolidarische Spektrum, ob nun bei FDP, SPD oder AfD. Rückgrat und Beständigkeit gehören zu seinen Tugenden, Differenziertheit und Nahbarkeit sind kein Widerspruch. Ganz im Gegenteil. Mit präziser Wortwahl und scharfkantiger Zunge erreicht man insbesondere Menschen, die sich von den etablierten Kräften abgehängt fühlen. Intellektuell im Geist, versiert in der Rhetorik. Ein selbstständiger Berater und Coach, ein Fan von "Werder Bremen", mit Interessen an Geschichte und Autos. Loyal gibt er sich gegenüber Figuren aus den eigenen Reihen. Redlichkeit ist für ihn kein Fremdwort, gerade auch in stürmischen Zeiten. Dr. Claudia Wittig springt er ebenso bei wie Michael Lüders. Er lässt sich nicht auseinander dividieren, kann damit Vorbild sein. Denn Geschlossenheit scheint das BSW besonders nötig zu haben, vielleicht auch manche Kurskorrektur. Beides kann gelingen, schenkt man der Basis Gehör.
Oct 25
"Das Vorurteil ist die hochnäsige Empfangsdame im Vorzimmer der Vernunft", so formulierte es der österreichische Schriftsteller Karl Heinrich Waggerl. Was hören wir an überschnellen Reaktionen auf die hunderttausenden E-Mails der AfD, welche auf kriminelle Art und Weise von Saboteuren erbeutet und v...Read more
"Das Vorurteil ist die hochnäsige Empfangsdame im Vorzimmer der Vernunft", so formulierte es der österreichische Schriftsteller Karl Heinrich Waggerl. Was hören wir an überschnellen Reaktionen auf die hunderttausenden E-Mails der AfD, welche auf kriminelle Art und Weise von Saboteuren erbeutet und veröffentlicht wurden. Einmal gänzlich abgesehen davon, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Kommunikation, sofern er überhaupt schon auf Authentizität überprüft werden konnte, weniger den Anhängern eines Verbotsverfahren in die Hände spielt, sondern vor allem dokumentiert, dass die Partei über die Jahre hinweg professioneller geworden ist, wenn es um den Umgang mit Charakteren geht, die sich rhetorisch und ideologisch eindeutig außerhalb des tolerablen Spektrums aufhalten. Letztlich kreischen jene am lautesten, die von der Alternative für Deutschland am weitesten entfernt sind. Macht man sich, ob nun aus persönlichen oder journalistischen Gründen, erst einmal die Mühe, hinter diese von außen empört aufgefahrene Fassade zu blicken, sich mit Menschen zu beschäftigen, die einfaches Mitglied, Funktionär oder Mandatar sind, dann schwindet plötzlich der vermittelte Eindruck, hier handle es sich um "Nazis", "Faschisten" oder "Rechtsextreme". Zahlreichen Vertretern bin ich mittlerweile begegnet, entweder virtuell oder real. Und mit jedem weiteren Kontakt schwand auch bei mir ein über lange Zeit vorherrschendes Bild, welches von Bekannten, Freunden oder Medien gezeichnet wurde. Da sind es Personen, die sich aus sehr nachvollziehbaren Gründen entschieden haben, politisch umzudenken. Entweder, weil sie schon lange dem Etablierten skeptisch gegenüberstehen. Oder, weil aus anfänglichem Protest mittlerweile Überzeugung wurde. Ich denke beispielsweise an Tino Strußenberg, den Stadtverordneten aus dem hessischen Eltville am Rhein, der seit April 2026 ins kommunale Gremium nachrückte, seither der dortigen Fraktion angehört. Wer seine Aktivität auf X mitverfolgt, der sucht einigermaßen vergeblich nach anstößigen Inhalten. Stattdessen findet sich eine pragmatische und rationale Sicht auf die Entwicklung dieser Tage, Kritik an EU-Bürokratie, die Forderung nach demokratischer Gleichbehandlung der Alternative für Deutschland, Remigration als wichtiger Bestandteil eines Lösungskonzepts für unsere Sicherheitsprobleme, Widerspruch zur Energiewende, Ablehnung von Brandmauer und Aktionismus. Staatstragend, sachpolitisch versiert aufgestellt, ernsthaft Inhalte vertretend, unmissverständlich in der persönlichen Überzeugung, all diese Prädikate treffen auf Tobias Teich zu. Der Abgeordnete im Deutschen Bundestag erweist sich als seriös, gebildet und intellektuell, gleichsam heimatverbunden, integer, realistisch. Bisweilen pointiert bis sarkastisch, kritisch wie argumentativ, mit einem eindeutigen Bekenntnis zu nationaler Souveränität, traditionellen Werten und konsequenten Rückführungen. Er wendet sich gegen den "Brüsseler Scheinstaat", jede Form der Frühsexualisierung, Indoktrination unter dem Deckmantel der Bildung. Er blickt pragmatisch auf unsere Geschichte, fordert ein Verbot der Antifa. Ohne einen Hehl daraus zu machen, die "Erfurter Resolution" und Björn Höcke unterstützt zu haben. Die erste Begegnung mit der AfD, wenn auch nur in der Digitalität, hatte ich mit Jörg Baumann. Schon oft habe ich ihn als politischen Ziehvater bezeichnet, denn als ich auf die hiesige Plattform kam, da war ich tatsächlich noch etwas unbeholfen, wie ich jene händeln soll, über die journalistische Kollegen längst den Stab gebrochen haben. Die Bayerische Staatszeitung beschreibt ihn als den "geschmeidigen Provokateur", das "Main-Echo" zieht ihn regelmäßig durch den Schmutz. Doch der derzeitige Landtagsabgeordnete und ehemalige Polizeibeamte ist ein herausragendes Beispiel für Aufrichtigkeit und Rückgrat. Kaum jemand begegnet authentischer auf Augenhöhe, kann die Programmatik der Partei nahbarer auf den Punkt bringen. Einer von uns, durch und durch, der für seine Familie kämpft, für unser aller Zukunft. Und dann ist da noch Paul Backmund, jüngst erst ins Parlament von Magdeburg eingezogen, aufgewachsen im Süden von Halle, mit bodenständiger Ausbildung zum Glas- und Gebäudereiniger, jung, dynamisch kämpferisch. Der Alternative für Deutschland trat er eher "aus Notwehr" bei. Er sammelt die Tränen der Linken auf, welche vergossen werden, sobald Ulrich Siegmund der neue Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt ist. Seine eigene Motivation liegt vor allem darin, die örtlichen Verhältnisse zu verbessern. Er musste mit ansehen, wie selbst an der Saale die innere Sicherheit erodiert, das Stadtbild zerfällt, die illegale Einwanderung überhandnimmt. Lokal verwurzelt, seine politischen Gegner klar benannt. Charakterlich ein Ehrenmann, menschlich der Nachbar von nebenan, stilistisch ein Patriot ohne Allüren.
Oct 25
Es sei mittlerweile zu einer guten Tradition geworden, so hörte man aus dem Konstanzer Gemeinderat, als sich dieser aktuell mit der Frage befasste, wie mit einer Antwort des Regierungspräsidiums Freiburg umzugehen sei. Von dort wurde an die Stadt zurückgemeldet, dass die bisherige Praxis, jährlich 1...Read more
Es sei mittlerweile zu einer guten Tradition geworden, so hörte man aus dem Konstanzer Gemeinderat, als sich dieser aktuell mit der Frage befasste, wie mit einer Antwort des Regierungspräsidiums Freiburg umzugehen sei. Von dort wurde an die Stadt zurückgemeldet, dass die bisherige Praxis, jährlich 10.000 Euro für die sogenannte "Seenotrettung" im Mittelmeer zu spenden, vermutlich rechtswidrig ist. Öffentliche Haushalte sind bekanntermaßen zur Einhaltung des Gebots von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit verpflichtet. Es gäbe überhaupt keinen Bezug zur Bodenseemetropole, wenn diese fünfstellige Summe für einen Zweck ausgegeben werde, zu welchem weder eine inhaltliche noch geografische Nähe bestehe. Doch weil sich eine Koalition aus Grünen, "Linke Liste", SPD und "Junges Forum" in den Kopf gesetzt hat, einer Organisation auch weiterhin unter die Arme zu greifen, welche nach Aussagen des SÜDKURIER "ihr Möglichstes tut, um Leben zu retten", weil täglich "Menschen auf ihrer Flucht ertrinken", wurde akribisch nach Umwegen gesucht, eine gesetzeskonforme Lösung zu suchen. Auch aus den Reihen der FDP wollten offenbar nicht alle Mandatsträger jene hängen lassen, denen zwischen einer losen Kooperation und handfestem Zusammenwirken die Unterstützung von Schleusern unterstellt wird. Wie könnte man es drechseln, dass aus einer milden Gabe für dubiose Strukturen plötzliche eine "kommunale Pflichtaufgabe" wird? Damit der Bürgermeister nicht widersprechen muss, weil potenziell illegale Beschlüsse gefasst werden, brachte das Parteienbündnis kurzerhand einen Ergänzungsantrag ein. Wenig begeistert zeigten sich davon Teile von CDU und Freien Wählern. Mit diesem sollte festgelegt werden, dass der Betrag nicht unmittelbar an "Sea-Eye" gehe, sondern zwischen 2027 und 2031 gezielt für Bildungs-, Kultur-, Beteiligungs- und Fundraisingarbeit vor Ort fließt, um somit das "ehrenamtliche Engagement" zugunsten jener Vereinigung zu fördern, die sich im Internet unter der Überschrift "Gemeinsam für Menschenrechte - Wir sind die Antwort auf gescheiterte Migrationspolitik" präsentiert. Doch damit noch längst nicht genug. Außerdem stellte das Gremium bei nur zwei Enthaltungen das politische Bekenntnis der gesamten Stadt fest, "dass die zivile Seenotrettung nicht kriminalisiert werden darf". Wie mittlerweile Urteile im Namen des Volkes gesprochen werden, die von einer Mehrheit der Bürger wohl kaum autorisiert sind, spricht sich ein lokales Plenum trotz des Wissens darum, dass auch in diesem Juli wiederum ein an die Öffentlichkeit gelangtes Video für Aufsehen sorgte, weil darin potenzielle "Schutzsuchende" zu sehen waren, die vor der libyschen Küste von vermummten Männern in Beiboote der NGO übergeben wurden, für Loyalität aus. Ob den Konstanzer Parlamentariern bewusst ist, mit wem sie sich hier gemein machen? Wegen des besagten Vorfalls auf hoher See ermitteln italienische Behörden seither, es besteht der Verdacht auf Beihilfe zur unerlaubten Einreise. Auch das Innenministerium von Alexander Dobrindt hatte jüngst davor gewarnt, dass Schlepper die Anwesenheit von Rettungsschiffen in ihrem Vorgehen mit einkalkulierten. Man kann also von einem massiven Sogeffekt sprechen, fühlen sich angebliche Asylbewerber auf afrikanischem Boden erst durch die Gewissheit ermutigt, die gefährliche Überfahrt anzutreten, dass zwischen Tripolis und Lampedusa schon irgendwo ein Helfershelfer wartet. Damit Normenklarheit geschaffen wird, betonten 24 von 38 anwesenden Gemeinderäten zudem, dass der neue Zuschuss "keine freiwillige Einzelleistung" begründe. Mit Kniffen und Tricks wurde gearbeitet, auf Biegen und Brechen sollte unter der Anwesenheit von "Sea-Eye"-Sympathisanten im Publikum der Sitzung irgendein Kompromiss gefunden werden, der nicht angreifbar ist. Es handele sich beim Vorgehen um "die konsequente Fortschreibung einer wiederholt beschlossenen und öffentlich vertretenen Linie", die von "einem breiten zivilgesellschaftlichen" Rückhalt getragen sei. Man muss sich darüber nicht mehr wundern, denn es besteht tatsächlich Kontinuität. Konstanz hatte als erste deutsche Stadt den Klimanotstand beschlossen, den ersten "grünen" Oberbürgermeister gewählt, weist bei den unter 15-Jährigen einen durchgehenden Anteil von mehr als 50 Prozent mit Migrationshintergrund aus.
Oct 24
Als Parkinson-Patient ist man das Schütteln gewohnt, nicht nur beim Martini. Doch so sehr, wie ich meinen Kopf beuteln und die Ohren auch schlackern lassen müsste, wenn ich den Verfall der Regionalzeitung SÜDKURIER mit ansehe, gelingt es mir kaum, noch irgendein Nachsehen dafür aufzubringen, was unt...Read more
Als Parkinson-Patient ist man das Schütteln gewohnt, nicht nur beim Martini. Doch so sehr, wie ich meinen Kopf beuteln und die Ohren auch schlackern lassen müsste, wenn ich den Verfall der Regionalzeitung SÜDKURIER mit ansehe, gelingt es mir kaum, noch irgendein Nachsehen dafür aufzubringen, was unter dem Deckmantel der Meinungsmache von manch einem Autor präsentiert wird. Da liest sich der Text von Redakteurin Angelika Wohlfrom wie eine Epistel, eine Lobhudelei auf jenen alibimäßigen Komiker, der als Horst Schlämmer den Staffelstab an die moderne Demagogie weitergegeben hat. Unter der Überschrift "Lieber Hape Kerkeling, kein Witz, Sie könnten Deutschland vertreten!" finden sich mehr denn Höflichkeit und Kompliment, man könnte es wohl eher als Speichelleckerei bezeichnen, was in einem außergewöhnlich warmherzigen, loyalen Kommentar wie die plumpe Anbiederung einer Lokaljournalistin an ihren aktuellen Wunschpräsidenten in spe daherkommt. Einmal ganz abgesehen davon, wie reihenweise mittlerweile von der Bildfläche Verschollene für Höheres vorgeschlagen werden, fehlt nicht mehr viel, dass eigentlich erwachsen geglaubte "Kolleg:innen" einem Recklinghäuser Synchronsprecher getragene Unterwäsche auf die Bühne werfen. Obwohl die Assoziation mit Sketch und Comedy dem derzeitigen Zustand der Bundesrepublik entspricht, liefe es Würde und Amt zuwider, wenn sich die erforderliche Ernsthaftigkeit und notwendige Glaubwürdigkeit genauso leicht untergraben ließe wie bei einem die Korruptionsbehörden entmachtenden Wolodymyr Selenskyj, dem Lenker eines Landes, das sich in Sachen Bestechlichkeit auf dem Niveau von Sri Lanka, Lesotho oder Gambia befindet. Sobald Hannilein mit hoher Stimme und kindlicher Logik die Weihnachtsansprache hält, "Königin Beatrix" zurück ins Schloss Bellevue stöckelt, die glamouröse Schlagerdiva Uschi Blum die Nationalhymne anstimmt, ist Schluss mit lustig. Laut Karlsruhe soll der oberste Repräsentant eine "ausgleichende Stellung" haben, die "Einheit des Staates verkörpern" und vor allem "Integrationsaufgaben" übernehmen. Zwingend und unablässig seien hierfür Neutralität und Unabhängigkeit im Sinne von Art. 55 GG. Nun animierten Moralaposteltum und Weltverbesserungswahn nicht erstmalig zur Quadratur des Kreises, soll etwas passen, was sich so gar nicht passend machen will. Denn der 61-Jährige legt es darauf an, zu hetzen, zu spalten und zu verunglimpfen. "Wer Rechtsextremisten wählt, will keinen bloßen Denkzettel verteilen, wie es oft heißt. Wer will, dass die Löwen in die Arena kommen, der will auch Blut sehen", so formulierte es der auserkorene Experte für Nazismus und Vernunftvergessenheit jüngst beim "Spiegel". Schon im Thüringer Landtag nahm er kein Blatt vor den Mund, attestierte der AfD großkotzig wie vollmundig eine "beschönigende Haltung gegenüber der NS-Diktatur". "Wir dulden keinen Faschismus", so sprach er, "und wir dulden auch nicht dessen Beginn". Mit mahnendem Zeigefinger diktiert ein allenfalls durch Quereinstieg die Position des obersten Geschichtslehrers erklommener Strohmann in das Regelheft der Nachsitzer. Dass nun ausgerechnet ein Maulheld Genosse Steinmeier beerben soll, der sich pathetisch zur Feststellung hinreißt, "die Verharmlosung des Dritten Reiches disqualifiziert für Staatsämter", ist wohl die Ironie des Schicksals. Denn nicht nur in der Paulskirche und Interviews spricht dieser Renommist einer 30-Prozent-Kraft "jede politische Daseinsberechtigung" ab, welche darüber hinaus das Recht auf alle "Mitwirkung in unserer Demokratie" eingebüßt habe. Was will man also noch entgegnen, bei all dieser Tiefe des Arguments? "Der Junge muss an die frische Luft", so wäre anzuraten. Denn die Hoffnung auf ein Eingeständnis à la "Ich bin dann mal weg" scheint müßig.
Oct 24
In Johann Wolfgang von Goethes Faust findet sich der altbekannte Spruch "Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube". Selbiger kam mir in den Sinn, als ich Auszüge des Podcasts "Ronzheimer" hörte. Zu Gast beim rasenden Reporter durch die Kriegsgebiete dieser Welt war der aktuelle ARD-V...Read more
In Johann Wolfgang von Goethes Faust findet sich der altbekannte Spruch "Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube". Selbiger kam mir in den Sinn, als ich Auszüge des Podcasts "Ronzheimer" hörte. Zu Gast beim rasenden Reporter durch die Kriegsgebiete dieser Welt war der aktuelle ARD-Vorsitzende Florian Hager. Was er sagte, wird von einigen begeisterten Gegnern des ÖRR nahezu als Durchbruch der Selbsterkenntnis gefeiert. Doch man sollte niemandem auf den Leim gehen, der in seinen Formulierungen kaum vorsichtiger hätte sein können. "Beim Thema Migration muss man wahrscheinlich auch selbstkritisch sagen: Wir haben in der Vergangenheit auch nicht alles richtig gemacht und waren an manchen Stellen wahrscheinlich nicht kritisch genug, haben Dinge nicht hinterfragt". Wahrscheinlich, möglicherweise, eventuell. Entweder gestehe ich Fehler ein. Oder ich lasse es bleiben. Wer einen derartigen Eiertanz vollführt, der meint es nicht ernst, sondern will allenfalls Wogen glätten, wo darüber diskutiert wird, ob wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, welcher einst als Lehre aus dem Nationalsozialismus gegründet wurde, 80 Jahre später wirklich noch brauchen. Da türmen sich die Skandale von Böhmermann bis Hayali, die Chinohosen von Klamroth oder der Dackelblick Miosgas derart übereinander, dass kein klar denkender Mensch jene noch für voll nehmen kann, die Klingbeil zum "Minister für Geld" erklären, für den gewaltsamen Aufstand in Frankreich die Hitze verantwortlich machen, das Jugendwort rappen. Nein, verehrter Herr Intendant, Sie lagen nicht an manchen Stellen falsch, sondern Sie haben unsere Branche in groben Misskredit gebracht. Kein Versehen und kein Einzelfall, sondern mit voller Absicht, im Bewusstsein, irrezuführen, zu beschönigen, zu verklären, zu rechtfertigen. Selektive Berichterstattung, Rosinenpicken oder Konstruktivjournalismus: Wer nur darüber berichtet, was der Regierung genehm ist, den Fokus alleine auf Nebenschauplätze lenkt, ausschließlich positive Nachrichten vermeldet, weil die Aufmerksamkeit für die Realität der eigenen ideologischen Überzeugung widerspricht, der macht sich zum Propagandist am Hofe. Wie oft gab es die aufrichtige Gelegenheit, eine Kurskorrektur vorzunehmen. Konsistent langlebig sind die Worte des "hr"-Chefs offenbar nicht. Und er sprach augenscheinlich längst nicht für die gesamte Mannschaft. Denn da war der Satz "Ich kann schon verstehen, dass manche Menschen den Eindruck haben, dass wir an der einen oder anderen Stelle belehrend rüberkommen" kaum gefallen, schon erhob Hauptstadt-Korrespondent Gabor Halasz auf X wieder einmal den moralischen Zeigefinger. Es wird sich nichts ändern, weil Strukturen verkrustet sind. Man verbarrikadiert die Gewissenlosigkeit im medienelitären Elfenbeinturm, sinnbildlich wurden Illner die letzten Zöpfe abgeschnitten, an denen sich jene noch hätten abseilen können, die die sukzessive Vergrünung im politischen Denken der Kollegschaft leid waren. Lebensferne wurde zum Markenzeichen, die Relativierung zu einem Ideal. Während Merz Russland als das größte Problem für Deutschland betrachtet, dürfte es für die "Tagesschau"-Redaktion der Klimawandel sein. Messerattentate kommen schließlich kaum vor, in nahezu jeder dritten Ausgabe der abendlichen Märchenstunde geht es stattdessen um steigende Temperaturen, schwitzende Eisbären und Habecks Allzweckwaffe, die Wärmepumpe. Kein Wunder, dass sich immer weniger abgeholt fühlen, denen das Stadtbild auf den Nägeln brennt, die den AfD-Verriss satt haben, nichts mehr von "friedlichen Schülerprotesten", "Vorkommnissen" oder "Opferschutz" hören möchten. Der Zug ist abgefahren, das "Erste" und das "Zweite" hatten ihre Bewährungsfrist. Sie wollten sie nicht nutzen, jetzt müssen sie abgewickelt werden. Wer auch weiterhin für blumige Sprache und hetzerische Demagogie zahlen möchte, der kann dies gerne freiwillig tun. Für die Sicherung von Vielfalt an Meinungen sind die beiden Sendeanstalten nun wahrlich das heuchlerischeste Beispiel. Mündigen Bürgern darf in einer Demokratie nicht vorgeschrieben werden, in welchem Korridor sie zu denken und zu bewerten haben. Wer die Eigenständigkeit des Individuums schätzt, der Fähigkeit zum selbstbestimmten Urteilen vertraut, der kommt um die Forderung kaum umhin, rund 23.300 Vollzeitmitarbeitern die Kündigung auszustellen. Den Fluss von jährlich 8,7 Milliarden Euro Pflichtbeitrag zu kappen, weil wir nie ein Abonnement bestellt haben, würde ehrlich machen. Und endlich den Weg für lauteren Wettbewerb ebnen.
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