Ich will nicht aufklären, sondern einen Beitrag zur demokratischen Debattenkultur und Meinungsbildung leisten.
Es geht mir nicht um Bevormundung oder Belehrung, sondern um die Stärkung des Arguments.
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Dennis Riehle
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Oct 25
"Hamse jedient?" - Nein! Und auch nicht studiert. Zumindest kam ich zu keinem Abschluss, die Gesundheit funkte dazwischen. Man kann sagen, ich bin auf ziemlich unkonventionellem Weg Journalist geworden. Über eine Ausbildung mit anschließender Praxiserfahrung, der Ermutigung eines Deutschlehrers im R...Read more
"Hamse jedient?" - Nein! Und auch nicht studiert. Zumindest kam ich zu keinem Abschluss, die Gesundheit funkte dazwischen. Man kann sagen, ich bin auf ziemlich unkonventionellem Weg Journalist geworden. Über eine Ausbildung mit anschließender Praxiserfahrung, der Ermutigung eines Deutschlehrers im Rucksack, dass ich später "vielleicht etwas mit Sprache" machen sollte. Nicht nur in Schulzeiten war ich Außenseiter, möglicherweise auch Eigenbrötler. Ich hatte eine gewisse Vorstellung von dem, was für mich Authentizität bedeutet. Mir schien ziemlich früh egal, was andere über mich denken. Das galt auch unter den Kollegen, die mich schon bald als eine Randerscheinung sahen, allerdings im negativen Sinn. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ich meinen Beruf nie so verstanden habe, wie es mittlerweile selbst außerhalb des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zur Normalität gehört. Hätte ich aufklären, erziehen oder bevormunden wollen, wäre meine Karriere anders verlaufen. Meine Überzeugung von diesem Job ist es seit jeher gewesen, lediglich ein Angebot an Information und Meinung zu unterbreiten, welches in die Lage versetzt, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Ich bin weder ein Universalgelehrter noch ein Pädagoge, kein Moralapostel oder Schutzheiliger. Marktschreier gibt es genügend, Hofberichterstatter ebenso. Letztlich begreife ich mich als ein Bürger, der nicht viel mehr Fachkenntnis hat als der Durchschnittsmensch. Allenfalls ein Stückchen Talent oder ein Quäntchen Leidenschaft, meine Sichtweise in Worte zu gießen und mit Formulierungen zu spielen. Wahrscheinlich eher Künstler, aber sicher ohne irgendeinen Anspruch, dass nach der Lektüre meiner Texte auch der darin vertretenen Sichtweise gefolgt wird. Kein Influencer, höchstens Provider. Nicht beeinflussen zu wollen, sondern eine Perspektive in den Raum zu stellen, an der man sich orientieren und abarbeiten kann, der man widersprechen darf und die man für die persönliche Abwägung von Argumenten nutzen mag. Die Größe liegt weniger darin, etwas besser zu wissen, sondern dann die Klappe zu halten, wenn man spürbar keine Ahnung hat. Mir geschieht das übrigens regelmäßig.
Oct 25
"Endlich weg der braune Fleck", so kommentierten Nutzer in den sozialen Medien die lodernden Flammen am Kehlsteinhaus bei Berchtesgaden in der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober 2026. Der "Adlerhorst" ist nicht mehr, über 200 Einsatzkräfte konnten kaum etwas tun, weil Teile des Daches einstürzten, di...Read more
"Endlich weg der braune Fleck", so kommentierten Nutzer in den sozialen Medien die lodernden Flammen am Kehlsteinhaus bei Berchtesgaden in der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober 2026. Der "Adlerhorst" ist nicht mehr, über 200 Einsatzkräfte konnten kaum etwas tun, weil Teile des Daches einstürzten, die Brandbekämpfung wegen Kälte, Schnee und Wind äußerst schwierig war. Nach bisherigen Erkenntnissen hat ein 33-Jähriger mit Bezügen zur Region das Feuer gelegt. Er kam der Polizei auf einem Motorrad ohne Kennzeichen entgegen, roch nach Rauch. Wegen des Verdachts auf eine psychische Erkrankung soll er nach der Vorführung beim Haftrichter in eine forensische Anstalt eingewiesen werden. Die mögliche und fast schon routiniert unterstellte Schuldunfähigkeit sagt allerdings mehr über unsere gehorsame Justiz, weniger über tatsächliche Motive aus. Ideologische Beweggründe sind eher wahrscheinlich denn ausgeschlossen, obwohl Hitler den Repräsentationsbau im abgeschirmten "Führersperrgebiet" nur selten wegen der aufwändigen Anfahrt und seiner Höhenangst nutzte. Dass gerade von Seiten des sogenannten "Antifaschismus" gejubelt wird, sich Aktivisten gegen rechts kaum noch einkriegen vor Begeisterung, offenbart tatsächlich eine gewisse Schizophrenie. Da werden ausgerechnet jene Mahnmale an die Geschichte in Schutt und Asche gelegt, die das Grauen von damals eigentlich in Erinnerung halten sollten. Sind sie erst einmal weg, verfällt die Gegenwartsbewegung zur Entneonazifierung in pure Ekstase. Wenn Engstirnigkeit in Dogmatismus übergeht, wird die Widersprüchlichkeit zum Paradoxon par excellence. Purer Verwüstungswahn trifft vor allem lokale Stiftungen, nicht die Folterknechte von früher. Wie sollen wir das Glorifizieren dieser Geschichtsauslöschung richtig deuten? Braucht es wiederum einen Verweis auf Heinrich Heine, den man frei im Sinne seines Zitats von 1821 mit "Dort, wo man Häuser verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen" zitieren kann? Wo wichtige Entscheidungen zu Verfolgung, Krieg und Völkermord getroffen wurden, klafft nach einem qualmenden Scherbenhaufen zunächst gähnende Leere. Zwar hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann umgehend angekündigt, man strebe eine Wiedererrichtung unter Einbeziehung des Fachwissens von Historikern an. Doch eine Kopie kann nie dasselbe sein wie ein Original. Wo ein Landschaftsidyll zum Ausgangspunkt der Planung größtmöglicher Zivilisationsverbrechen wurde, das nunmehr der Zynismus einholt, entfällt vorerst auch ein wichtiger Gegenstand zur kritischen Aufklärung. Wer Gewalt als Mittel der Vergangenheitsbewältigung akzeptiert, hat nicht nur die Kontrolle über seine geistige Leistungsfähigkeit verloren, sondern entreißt ein Symbol für Grauen und Tod jenem Kontext, in das der Obersalzberg nicht zuletzt durch ein Dokumentationszentrum gestellt wurde. Bildung über die Vergangenheit und Anerkennung der Opfer von damals müssen Authentizität entbehren, werden Denkmäler ausradiert, die eine echte moralische Auseinandersetzung mit dem NS-Erbe überhaupt erst möglich machen. Zahlreiche Bauten, die mit der Diktatur in Verbindung gebracht werden können, riss man nach 1945 voreilig und kurzsichtig ab, sprengte sie verlegen oder übereifrig in die Luft. Mag die Scham über totalitäre Tendenzen, diesmal in den Reihen des Linksextremismus, zumindest unterbewusst manch einen Tor übermannen? Wo dem Ikonoklasmus gefrönt wird, also der politisch bedingten Beseitigung von Sinnbildern für Regime oder Herrschaften, statt Wunden einer Gesellschaft der Sichtbarmachung von Unrecht und Tyrannei zu überlassen, nimmt man auch die Mythologisierung als fragwürdige Pilgerstätte in Kauf. Romantischer Verklärung begegnen ehrliche Propheten mit Information, nicht durch Pyromanie. "Eagle's Nest" war im Hier und Jetzt kein unkommentierter Schrein, sondern zeigte die Verbindungen zu Auschwitz, Treblinka oder Hartheim nonfiktional auf. Ob für Schulklassen oder Reisegruppen, Wissenschaftler oder Medien, an immer mehr Stellen schwinden Bezug und Anknüpfung für das kollektive Gedächtnis. Wer hier applaudiert, der zensiert. Wohl dem, der sich Bruno Latour als Warnung bewusst macht: "Man kann die Götzen nicht zerstören, ohne neue Götzen zu schaffen"!
Oct 25
Es ist in der mittlerweile nun fast dreijährigen Geschichte des BSW nicht das erste Mal, dass die neu gegründete Partei vor einer Richtungsentscheidung, vielleicht sogar am Scheideweg steht. Will man sich an den Kollegen in Magdeburg orientieren oder die Thüringer Selbstaufgabe kopieren? Glaubt man ...Read more
Es ist in der mittlerweile nun fast dreijährigen Geschichte des BSW nicht das erste Mal, dass die neu gegründete Partei vor einer Richtungsentscheidung, vielleicht sogar am Scheideweg steht. Will man sich an den Kollegen in Magdeburg orientieren oder die Thüringer Selbstaufgabe kopieren? Glaubt man einer wachsenden Zahl an Stimmen aus dem Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft, so scheint erstgenannte Option fast alternativlos. Zumindest dann, will man nicht eine Eintagsfliege bleiben, sondern zuversichtlich nach vorne blicken. Was im Moment trägt, das sind jene Charaktere, die demokratische Gesprächsbereitschaft gegenüber allen gewählten Kräften und ein eigenständiges Profil in voller Souveränität als zwei Seiten der gleichen Medaille betrachten. Authentisch wird man nicht im Spagat, sondern in voller Eigenständigkeit. Als gelungenes Beispiel für eine solche Haltung kann der Achimer Kommunalpolitiker Jannik Schleemann angeführt werden. Mit beeindruckender Stabilität setzt er sich gegen Waffenlieferungen und Aufrüstung ein, engagiert sich pro Frieden, ohne dabei für Russland zu sein. Der studierte Fitnessökonom wurde am 13. September 2026 in den örtlichen Stadtrat berufen, gemeinsam mit Kreisrat Finn Steffens vertritt er die Region, bildet einen wichtigen Grundpfeiler für die violett-orangene Jugendorganisation in Niedersachsen. Als passionierter Schlagzeuger haut er nicht nur musikalisch auf die Pauke, sondern lässt auch in den sozialen Medien kein gutes Haar an einer zunehmenden Einschränkung des Meinungskorridors. Stattdessen trifft er sich mit der "Generation Deutschland" zum argumentativen Austausch. Ihm geht es um die Sache, nicht um Ideologie. Engagiert auf Podien und an Ständen, mit klarer Kante gegen Steuergeldverschwendung und Prestigeprojekte, für bezahlbaren Wohnraum, direkte Bürgerbeteiligung, bessere Infrastruktur und anwohnerfokussierte Mobilität. Bei der Gesundheit ist ihm die Notfallversorgung wichtig, die Bildung will er freihalten von jeglichen Einflüssen der Bundeswehr. Für den Nachwuchs müsse der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden, der Umweltschutz solle ohne Verbote gelingen. Das BSW müsse mehr sein als eine bloße Umverteilungspartei, aber eben auch kein Vehikel für Alice Weidel oder Tino Chrupalla. Dort, wo Dialog gelingt, kann punktuelle Zusammenarbeit möglich sein. Daraus folgt kein Automatismus, kein Mechanismus. Stattdessen müssten auch die Unterschiede benannt werden, ins neoliberale oder unsolidarische Spektrum, ob nun bei FDP, SPD oder AfD. Rückgrat und Beständigkeit gehören zu seinen Tugenden, Differenziertheit und Nahbarkeit sind kein Widerspruch. Ganz im Gegenteil. Mit präziser Wortwahl und scharfkantiger Zunge erreicht man insbesondere Menschen, die sich von den etablierten Kräften abgehängt fühlen. Intellektuell im Geist, versiert in der Rhetorik. Ein selbstständiger Berater und Coach, ein Fan von "Werder Bremen", mit Interessen an Geschichte und Autos. Loyal gibt er sich gegenüber Figuren aus den eigenen Reihen. Redlichkeit ist für ihn kein Fremdwort, gerade auch in stürmischen Zeiten. Dr. Claudia Wittig springt er ebenso bei wie Michael Lüders. Er lässt sich nicht auseinander dividieren, kann damit Vorbild sein. Denn Geschlossenheit scheint das BSW besonders nötig zu haben, vielleicht auch manche Kurskorrektur. Beides kann gelingen, schenkt man der Basis Gehör.
Oct 25
"Das Vorurteil ist die hochnäsige Empfangsdame im Vorzimmer der Vernunft", so formulierte es der österreichische Schriftsteller Karl Heinrich Waggerl. Was hören wir an überschnellen Reaktionen auf die hunderttausenden E-Mails der AfD, welche auf kriminelle Art und Weise von Saboteuren erbeutet und v...Read more
"Das Vorurteil ist die hochnäsige Empfangsdame im Vorzimmer der Vernunft", so formulierte es der österreichische Schriftsteller Karl Heinrich Waggerl. Was hören wir an überschnellen Reaktionen auf die hunderttausenden E-Mails der AfD, welche auf kriminelle Art und Weise von Saboteuren erbeutet und veröffentlicht wurden. Einmal gänzlich abgesehen davon, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Kommunikation, sofern er überhaupt schon auf Authentizität überprüft werden konnte, weniger den Anhängern eines Verbotsverfahren in die Hände spielt, sondern vor allem dokumentiert, dass die Partei über die Jahre hinweg professioneller geworden ist, wenn es um den Umgang mit Charakteren geht, die sich rhetorisch und ideologisch eindeutig außerhalb des tolerablen Spektrums aufhalten. Letztlich kreischen jene am lautesten, die von der Alternative für Deutschland am weitesten entfernt sind. Macht man sich, ob nun aus persönlichen oder journalistischen Gründen, erst einmal die Mühe, hinter diese von außen empört aufgefahrene Fassade zu blicken, sich mit Menschen zu beschäftigen, die einfaches Mitglied, Funktionär oder Mandatar sind, dann schwindet plötzlich der vermittelte Eindruck, hier handle es sich um "Nazis", "Faschisten" oder "Rechtsextreme". Zahlreichen Vertretern bin ich mittlerweile begegnet, entweder virtuell oder real. Und mit jedem weiteren Kontakt schwand auch bei mir ein über lange Zeit vorherrschendes Bild, welches von Bekannten, Freunden oder Medien gezeichnet wurde. Da sind es Personen, die sich aus sehr nachvollziehbaren Gründen entschieden haben, politisch umzudenken. Entweder, weil sie schon lange dem Etablierten skeptisch gegenüberstehen. Oder, weil aus anfänglichem Protest mittlerweile Überzeugung wurde. Ich denke beispielsweise an Tino Strußenberg, den Stadtverordneten aus dem hessischen Eltville am Rhein, der seit April 2026 ins kommunale Gremium nachrückte, seither der dortigen Fraktion angehört. Wer seine Aktivität auf X mitverfolgt, der sucht einigermaßen vergeblich nach anstößigen Inhalten. Stattdessen findet sich eine pragmatische und rationale Sicht auf die Entwicklung dieser Tage, Kritik an EU-Bürokratie, die Forderung nach demokratischer Gleichbehandlung der Alternative für Deutschland, Remigration als wichtiger Bestandteil eines Lösungskonzepts für unsere Sicherheitsprobleme, Widerspruch zur Energiewende, Ablehnung von Brandmauer und Aktionismus. Staatstragend, sachpolitisch versiert aufgestellt, ernsthaft Inhalte vertretend, unmissverständlich in der persönlichen Überzeugung, all diese Prädikate treffen auf Tobias Teich zu. Der Abgeordnete im Deutschen Bundestag erweist sich als seriös, gebildet und intellektuell, gleichsam heimatverbunden, integer, realistisch. Bisweilen pointiert bis sarkastisch, kritisch wie argumentativ, mit einem eindeutigen Bekenntnis zu nationaler Souveränität, traditionellen Werten und konsequenten Rückführungen. Er wendet sich gegen den "Brüsseler Scheinstaat", jede Form der Frühsexualisierung, Indoktrination unter dem Deckmantel der Bildung. Er blickt pragmatisch auf unsere Geschichte, fordert ein Verbot der Antifa. Ohne einen Hehl daraus zu machen, die "Erfurter Resolution" und Björn Höcke unterstützt zu haben. Die erste Begegnung mit der AfD, wenn auch nur in der Digitalität, hatte ich mit Jörg Baumann. Schon oft habe ich ihn als politischen Ziehvater bezeichnet, denn als ich auf die hiesige Plattform kam, da war ich tatsächlich noch etwas unbeholfen, wie ich jene händeln soll, über die journalistische Kollegen längst den Stab gebrochen haben. Die Bayerische Staatszeitung beschreibt ihn als den "geschmeidigen Provokateur", das "Main-Echo" zieht ihn regelmäßig durch den Schmutz. Doch der derzeitige Landtagsabgeordnete und ehemalige Polizeibeamte ist ein herausragendes Beispiel für Aufrichtigkeit und Rückgrat. Kaum jemand begegnet authentischer auf Augenhöhe, kann die Programmatik der Partei nahbarer auf den Punkt bringen. Einer von uns, durch und durch, der für seine Familie kämpft, für unser aller Zukunft. Und dann ist da noch Paul Backmund, jüngst erst ins Parlament von Magdeburg eingezogen, aufgewachsen im Süden von Halle, mit bodenständiger Ausbildung zum Glas- und Gebäudereiniger, jung, dynamisch kämpferisch. Der Alternative für Deutschland trat er eher "aus Notwehr" bei. Er sammelt die Tränen der Linken auf, welche vergossen werden, sobald Ulrich Siegmund der neue Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt ist. Seine eigene Motivation liegt vor allem darin, die örtlichen Verhältnisse zu verbessern. Er musste mit ansehen, wie selbst an der Saale die innere Sicherheit erodiert, das Stadtbild zerfällt, die illegale Einwanderung überhandnimmt. Lokal verwurzelt, seine politischen Gegner klar benannt. Charakterlich ein Ehrenmann, menschlich der Nachbar von nebenan, stilistisch ein Patriot ohne Allüren.
Oct 25
Es sei mittlerweile zu einer guten Tradition geworden, so hörte man aus dem Konstanzer Gemeinderat, als sich dieser aktuell mit der Frage befasste, wie mit einer Antwort des Regierungspräsidiums Freiburg umzugehen sei. Von dort wurde an die Stadt zurückgemeldet, dass die bisherige Praxis, jährlich 1...Read more
Es sei mittlerweile zu einer guten Tradition geworden, so hörte man aus dem Konstanzer Gemeinderat, als sich dieser aktuell mit der Frage befasste, wie mit einer Antwort des Regierungspräsidiums Freiburg umzugehen sei. Von dort wurde an die Stadt zurückgemeldet, dass die bisherige Praxis, jährlich 10.000 Euro für die sogenannte "Seenotrettung" im Mittelmeer zu spenden, vermutlich rechtswidrig ist. Öffentliche Haushalte sind bekanntermaßen zur Einhaltung des Gebots von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit verpflichtet. Es gäbe überhaupt keinen Bezug zur Bodenseemetropole, wenn diese fünfstellige Summe für einen Zweck ausgegeben werde, zu welchem weder eine inhaltliche noch geografische Nähe bestehe. Doch weil sich eine Koalition aus Grünen, "Linke Liste", SPD und "Junges Forum" in den Kopf gesetzt hat, einer Organisation auch weiterhin unter die Arme zu greifen, welche nach Aussagen des SÜDKURIER "ihr Möglichstes tut, um Leben zu retten", weil täglich "Menschen auf ihrer Flucht ertrinken", wurde akribisch nach Umwegen gesucht, eine gesetzeskonforme Lösung zu suchen. Auch aus den Reihen der FDP wollten offenbar nicht alle Mandatsträger jene hängen lassen, denen zwischen einer losen Kooperation und handfestem Zusammenwirken die Unterstützung von Schleusern unterstellt wird. Wie könnte man es drechseln, dass aus einer milden Gabe für dubiose Strukturen plötzliche eine "kommunale Pflichtaufgabe" wird? Damit der Bürgermeister nicht widersprechen muss, weil potenziell illegale Beschlüsse gefasst werden, brachte das Parteienbündnis kurzerhand einen Ergänzungsantrag ein. Wenig begeistert zeigten sich davon Teile von CDU und Freien Wählern. Mit diesem sollte festgelegt werden, dass der Betrag nicht unmittelbar an "Sea-Eye" gehe, sondern zwischen 2027 und 2031 gezielt für Bildungs-, Kultur-, Beteiligungs- und Fundraisingarbeit vor Ort fließt, um somit das "ehrenamtliche Engagement" zugunsten jener Vereinigung zu fördern, die sich im Internet unter der Überschrift "Gemeinsam für Menschenrechte - Wir sind die Antwort auf gescheiterte Migrationspolitik" präsentiert. Doch damit noch längst nicht genug. Außerdem stellte das Gremium bei nur zwei Enthaltungen das politische Bekenntnis der gesamten Stadt fest, "dass die zivile Seenotrettung nicht kriminalisiert werden darf". Wie mittlerweile Urteile im Namen des Volkes gesprochen werden, die von einer Mehrheit der Bürger wohl kaum autorisiert sind, spricht sich ein lokales Plenum trotz des Wissens darum, dass auch in diesem Juli wiederum ein an die Öffentlichkeit gelangtes Video für Aufsehen sorgte, weil darin potenzielle "Schutzsuchende" zu sehen waren, die vor der libyschen Küste von vermummten Männern in Beiboote der NGO übergeben wurden, für Loyalität aus. Ob den Konstanzer Parlamentariern bewusst ist, mit wem sie sich hier gemein machen? Wegen des besagten Vorfalls auf hoher See ermitteln italienische Behörden seither, es besteht der Verdacht auf Beihilfe zur unerlaubten Einreise. Auch das Innenministerium von Alexander Dobrindt hatte jüngst davor gewarnt, dass Schlepper die Anwesenheit von Rettungsschiffen in ihrem Vorgehen mit einkalkulierten. Man kann also von einem massiven Sogeffekt sprechen, fühlen sich angebliche Asylbewerber auf afrikanischem Boden erst durch die Gewissheit ermutigt, die gefährliche Überfahrt anzutreten, dass zwischen Tripolis und Lampedusa schon irgendwo ein Helfershelfer wartet. Damit Normenklarheit geschaffen wird, betonten 24 von 38 anwesenden Gemeinderäten zudem, dass der neue Zuschuss "keine freiwillige Einzelleistung" begründe. Mit Kniffen und Tricks wurde gearbeitet, auf Biegen und Brechen sollte unter der Anwesenheit von "Sea-Eye"-Sympathisanten im Publikum der Sitzung irgendein Kompromiss gefunden werden, der nicht angreifbar ist. Es handele sich beim Vorgehen um "die konsequente Fortschreibung einer wiederholt beschlossenen und öffentlich vertretenen Linie", die von "einem breiten zivilgesellschaftlichen" Rückhalt getragen sei. Man muss sich darüber nicht mehr wundern, denn es besteht tatsächlich Kontinuität. Konstanz hatte als erste deutsche Stadt den Klimanotstand beschlossen, den ersten "grünen" Oberbürgermeister gewählt, weist bei den unter 15-Jährigen einen durchgehenden Anteil von mehr als 50 Prozent mit Migrationshintergrund aus.
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