Oct 31
Süßes oder Saures? Teile jener Bewegung, die sich am heutigen
Reformationstag dazu entschieden hat, wegen vermeintlicher
Missstände in deutschen Schulen auf die Straße zu gehen,
scheinen diese Frage bereits für sich beantwortet zu haben. Sie
sind offenbar nicht auf Friedfertigkeit aus, sondern wolle...Read more
Süßes oder Saures? Teile jener Bewegung, die sich am heutigen
Reformationstag dazu entschieden hat, wegen vermeintlicher
Missstände in deutschen Schulen auf die Straße zu gehen,
scheinen diese Frage bereits für sich beantwortet zu haben. Sie
sind offenbar nicht auf Friedfertigkeit aus, sondern wollen
Polizisten, Staat und Gesellschaft Zunder geben. Die Anzeichen
mehren sich, dass sogenannte "Schülerproteste" aus dem
Ruder laufen, auch wenn Organisatoren Gewalt abschwören,
Behörden keine konkreten Gefahren für Krawalle sehen. Eine
Initiative ruft zu Kundgebungen in bis zu 32 deutschen Städten
auf. Unter anderem am Brandenburger Tor in Berlin, am
Jungfernstieg in Hamburg, in Köln, München oder Frankfurt. Ob
man in der Masse Auskunft darüber erhielte, wofür denn
eigentlich gekämpft wird, das bleibt reine Spekulation.
Offiziell geht es um bessere Bildung, bezahlbares Wohnen,
Klimaschutz, die Ablehnung der Wehrpflicht und den Widerstand
gegen Sozialkürzungen. Möglicherweise aber auch nur um
"Fun", Rabatz oder die insgeheime Hoffnung auf
Demogeld. Eine „Generation Z“ opponiert, die von Arbeit und
Leistung im freien Markt oftmals noch keine Ahnung hat. Dafür
wird der Mund ziemlich weit aufgerissen, man wolle "das nun
selbst regeln". Angeber, Wichtigtuer und Heißluftgebläse
unter jenen, die den "Boomern" Vorwürfe machen, weil
sie im Verborgenen neidisch sind auf das, was die Kriegskinder
vollbracht haben. Da prustet manch ein Dreikäsehoch ziemlich
laut, kann vor Übermut kaum noch laufen. Der Möchtegern samt
seinem Gefolge, sie sind Produkt von Hätscheln und Tätscheln. Wo
der Erziehungsstil der Spät-68er nun voll durchschlägt, das
Laissez-Faire der 2000er-Jahre seine komplette Wirkung
entfaltet, da kommt man nicht nur auf dumme Gedanken, sondern
lässt sich möglicherweise instrumentalisieren von linksradikalen
Kräften und auslandsbezogenem Extremismus. Der Verfassungsschutz
und die Innenminister befürchten, dass es zur bekannten Taktik
komme, sich unter die Menge zu mischen, um von dort heraus
Einsatzkräfte zu attackieren, Verschwörung zu verbreiten, Hass
zu befeuern und Chaos zu stiften. In den digitalen Medien gibt
es Aufrufe und Profile, die explizit Bezug nehmen zu
französischen Verhältnissen. Insbesondere die Slogans "Free
Palestine" und "Es lebe Kurdistan" besorgen nicht
nur Herbert Reul in Nordrhein-Westfalen. Ob es bei lokalen
Böllerschüssen, flammenden Mülleimern, eingeschlagenen
Schaufenstern und errichteten Barrikaden bleibt, das kann man im
Augenblick nur mutmaßen. Was haben wir uns ins Land geholt, so
sollte man eigentlich mehr als eine Dekade nach Angela Merkels
Tabubruch kaum noch in den Raum werfen. Und doch geht nun die
Saat auf, sie steht in ganzer Blüte, gekommen aus Bagdad, Gaza
und Damaskus. Oder längst hier geboren, "ohne
Zukunftsperspektive", wie sie rechtfertigend sagen. Als
jugendliche Ausländermilieus, die Assimilation ausschlagen und
Separierung bevorzugen. Ähnlich, wie in den Pariser Vorstädten,
von Experten bei uns nicht als "Ghettos" bezeichnet,
sondern "Problemviertel" und "Brennpunkte",
von Duisburg-Marxloh über die Bayreuther Straße in Ludwigshafen
bis zu Darmstadts Hochhausbau Kranichstein. Da bildet sich eine
ominöse wie fatale Allianz, irgendwo zwischen Kriminellen und
Abgehängten, von Fundamentalen bis zu Integrationsverweigerern,
die stolz sind auf ihre Heimat, aus der sie oder ihre
Verwandtschaft kommen, in der Bundesrepublik allenfalls
Ehrfurcht zeigen vor Bürgergeld und Hängematte. Netzwerke
reichen hinein bis in den Islamismus, säkulare Judenfeinde
verbünden sich mit muslimfreundlichen Revolutionären.
Ideologie-Patchworking, wie es neusprachlich wohl heißt.
Mitgehangen, mitgefangen. In der Zeit nach 1979, als Marxisten
das erste Mal in die Falle tappten, sich im
anti-imperialistischen Reflex der breiten Volkserhebung im Iran
an den Hals warfen, begeistert schienen vom Sturz des Schahs,
später durch das theokratische Machtregime von Khomeini jedoch
blutig verfolgt und getötet wurden. Und heute? Der Lerneffekt
scheint minimal. Schon wieder wird man zusammengehalten im
Argwohn auf den Westen, beeinflusst durch Allah und Ährenkranz.
Nunmehr solidarisch mit Nahost, finanziert vom hiesigen
Steuerzahler.